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Glossar

Civic Engagement

"Civic Engagement ist von der Idee inspiriert, dass die Hochschule eine wichtige Rolle dafür spielt, das Demokratieverständnis voranzutreiben und damit zur Schaffung einer demokratischen Bürgergesellschaft (Civil Society) beizutragen. Das Konzept basiert auf einer reziproken Beziehung zwischen den Akteuren, das heißt, alle beteiligten Parteien sollen von dem Engagement der Hochschule profitieren. Die wichtigsten Motive und Argumente für Civic Engagement sind die Erschließung des sozialen Kapitals, das in den Interaktionen und Beziehungen der verschiedenen Akteure beinhaltet ist, eine Fundierung akademischen Wissens in realen Lebensweltbedingungen; die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in lokalen Gemeinden und Gemeinschaften und letztlich die Förderung und Stabilisierung von Demokratie und Zivilgesellschaft. Dabei dient die reale Lebens(um)welt als Testfeld auch für die Frage, ob akademisches Wissen gesellschaftlichen Wandel befördern kann."

Quelle: Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft: Mission Gesellschaft Engagement und Selbstverständnis der Hochschulen; Ziele, Konzepte, internationale Praxis, 2010, S.11

Community Based Research

"Community Based Research ermöglicht es, gemeinwohlorientierte Forschungsprojekte gemeinsam mit Partnern aus der Zivilgesellschaft gleichberechtigt zu entwickeln und den Forschungsprozess gemeinsam zugestalten. Dabei werden sowoh ldie wissenschaftlichen Standards eingehalten als auch die berechtigten Interessen der zivil gesellschaftlichen Partnerberücksichtigt."

Quelle: Hochschulnetzwerk Bildung durch Verantwortung: Gesellschaftliche Verantwortung an Hochschulen, 2013, S. 4

Community Outreach:

"Community-Outreach-Aktivitäten einer Hochschule greifen zumeist soziale Fragestellungen auf, beispielsweise in Form der Bereitstellung von Programmen, Dienstleistungen oder Expertisen für die Gesellschaft zu reduzierten oder oftmals gar keinen Kosten. Dabei ist das Engagement nicht auf die lokale Gemeinde begrenzt, sondern kann durchaus auch auf regionalem, nationalem oder internationalem Niveau stattfinden. Community Outreach ist ein Konzept, bei dem die Hochschule ihr Wissen an die Gesellschaft abgibt. Es handelt sich hierbei nicht um das Engagement Einzelner, sondern es geht vorrangig um das korporative, auf die Organisation der Hochschule bezogene Engagement."

Quelle: Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft: Mission Gesellschaft Engagement und Selbstverständnis der Hochschulen; Ziele, Konzepte, internationale Praxis, 2010, S.11

Community Service:

"Die Hauptzielrichtung des Community Service US-amerikanischer Prägung ist der direkte Dienst für die lokale Gemeinde mit möglichst direkten Auswirkungen, ausgerichtet auf soziale Fragestellungen. Neben diesem Fokus liegt ein weiterer strategischer Unterschied zum Community Outreach darin, dass es beim Community Service nicht ausschließlich und keinesfalls vorrangig um das korporative Engagement geht, sondern um die Einbindung der Studierenden als Individuen oder Gruppe. Typische Beispiele für Community-Service-Projekte sind: Unterstützungsprogramme in der Jugendarbeit, Seniorenhilfe, Tierschutz, Arbeit mit Obdachlosen, Park- und Grünanlagenreinigung etc. Die Hochschule und die Agierenden (Studierende) betrachten die Gesellschaft dabei nicht als eine Gruppe, die sie an ihrem überlegenen Wissen lediglich partizipieren lassen wollen. Stattdessen geht man von einer gegenseitigen Lernsituation aus, die das Kennenlernen der persönlichen Grenzen einschließt. Auch die Möglichkeiten und Grenzen der Anwendbarkeit akademisch erworbenen Wissens werden thematisiert. Die Studierenden agieren dabei in sechs Umgebungen zugleich: der akademischen, der beruflichen, der persönlichen, der bürgerlich-kulturellen, der ethischen und der sozialen.

Quelle: Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft: Mission Gesellschaft Engagement und Selbstverständnis der Hochschulen; Ziele, Konzepte, internationale Praxis, 2010, S.12

NGOs


"Ber Begriff NGOs steht für Non-governmental Organization und bezeichnet laut Definition Organisationen, die formal strukturiert, organisatorisch unabhängig vom Staat und nicht gewinnorientiert arbeiten. Das heißt NGO sind weder dem Markt noch dem Staat zuzuordnen."

Quelle: Buchner, Michael et al. (Hrsg.): Zielkampagnen für NGOs, 2005, S. 21

NPOs

"Nonprofit Organisationen (NPOs) spielen im wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben moderner Gesellschaften eine wichtige Rolle. Das breite Spektrum an Beispielen enthält so verschiedenartige Organisationen wie private Museen, Kulturvereine, Feuerwehren, Sportorganisationen, Wohlfahrtsverbände, Ordensspitäler, Interessensvertretungen, Parteien oder kleine Selbsthilfegruppen."

Quelle: Badelt,Christoph (Hrsg.): Handbuch der Nonprofit-Organisation Strukturen und Management, 2007, S. 1


"NPOs dürfen keine Gewinne bzw. Überschüsse an Eigentümer oder Mitglieder ausschütten. NPOs ist es aber nicht verwehrt, Gewinne zu erwirtschaften. Was sie charakterisiert, ist die Form der Gewinnverwendung. Gewinne müssen in der Organisation verbleiben und für den Unternehmenszweck - die "Mission" - verwendet werden."

Quelle: Badelt,Christoph (Hrsg.): Handbuch der Nonprofit-Organisation Strukturen und Management, 2003, S. 9

Service Learning

"Service Learning hat die längste Tradition und die vielfältigste Ausprägung in Deutschland. Konkrete zivilgesellschaftliche und gemeinwohlorientierte Herausforderungen und Problemstellungen werden im Rahmen von Lehrveranstaltungen unter Nutzung der Kompetenzen von Studierenden und Lehrenden bearbeitet. Die Lehrform Service Learning kann in allen Studiengängen und Disziplinen eingesetzt werden. Sie ermöglicht eine problem- und handlungsorientierte Lehre und eine Vertiefung wissenschaftlichtheoretischer Inhalte bei den Studierenden."

Quelle: Hochschulnetzwerk Bildung durch Verantwortung: Gesellschaftliche Verantwortung an Hochschulen, 2013, S. 4

Widening Participation


"Beim Konzept der Widening Participation geht es um die Ausweitung der Zielgruppen für den Zugang zu höherer Bildung. Unter den Industrieländern fällt Deutschland immer wieder durch einen besonders hohen Grad an sozialer Selektion in der Bildung – und dementsprechend auch beim Hochschulzugang – auf. Das ist nicht nur eine gesellschaftspolitische Ungerechtigkeit, die immer weniger tolerabel ist, je mehr gerade akademische Qualifikationen über Arbeitsmarkt- und damit Zukunftschancen entscheiden. Dies führt auch zu einer Vernachlässigung von intellektuellen Potenzialen, die sich ein Land nicht länger leisten kann, das vom demografischen Wandel so stark geprägt ist wie Deutschland und zudem einen massiven Fachkräftemangel vor Augen hat."

Quelle: Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft: Mission Gesellschaft Engagement und Selbstverständnis der Hochschulen; Ziele, Konzepte, internationale Praxis, 2010, S.3